Ich bin 72 Jahre alt und bin seit Anfang 2002 Rentner. Nach meinem
Studium an der Technischen Hochschule München arbeitete ich fast 40
Jahre im Universitätsbauamt München in der
Gebäude-Planung von Kliniken sowie Forschungs- und Lehr-Gebäuden der
Ludwig Maximilians Universität München. Die letzten 5 Jahre leitete
ich die CAD-Stelle
Bayern, die die CAD-Ausbildung in der Bayer. Staatsbauverwaltung - Hochbau
organisiert und neue EDV-gestützte Arbeits-Methoden entwickelt und
unterstützt.
Pressglas sammle ich seit rund 12 Jahren, mit
größerem Einsatz erst seit 10 Jahren. Die meisten meiner Gläser
stammen aus dem böhmisch-bayerischen Raum. Ich habe aber auch einige
Gläser von St. Louis, Vallérysthal oder Meisenthal und Davidson /
Gateshead. Auch zur Verwaltung meiner Sammlung setze ich EDV
ein.
Über Anzeigen in der Süddeutschen Zeitung, in der
Passauer Neuen Presse, in der Antiquitäten-Zeitung, im Sammler-Journal und
im Trödler-Journal habe ich 1998 in ganz Deutschland, im westlichen
Österreich und in Tschechien versucht, Damen und Herren zu finden, die wie
ich Pressglas sammeln und daran interessiert sind, einen Kontakt zueinander
aufzubauen, um sich gegenseitig zu unterstützen.
Natürlich
wäre es schön, wenn alle von Ihnen daran interessiert wären oder
gar dabei mitarbeiten würden. Dabei sind die Sammler von Pressglas genau
so gemeint, wie diejenigen, die beruflich (auch) mit Pressglas zu tun
haben: - als Wissenschaftler, die sich mit Pressglas schon einmal befasst
haben oder - als Leiter eines Glas-Museums, in dem auch Pressglas gesammelt
und gezeigt wird, aber auch - als Händler, die neben den
berühmten und angesehenen geschnittenen Gläsern aus Böhmen,
Sachsen oder Schlesien ... auch die mehr oder weniger wertvollen
Pressgläser aus St. Louis / Lothringen oder aus Neuwelt / Böhmen in
ihrem Angebot haben.
Pressglas ist in Deutschland, spätestens seit
der Verdammung durch Pazaurek als "billig und schlecht" (aus Sorge um die
Existenz der herkömmlichen Glas-Produktion in Böhmen und Schlesien),
als Konkurrenz des geblasenen und geschnittenen Glases nicht angesehen. Dabei
wird allerdings übersehen, dass viele Gläser von Lalique bis
Wagenfeld und von Jena bis WMF Pressgläser sind - sehr angesehen und
(leider auch) sehr teuer.
Und außerdem wird dabei übersehen,
dass Pressglas keineswegs immer das "Glas der Armen" war: Wer konnte sich denn
schon die Gläser aus St. Louis leisten, die von Launay Hautin & Co.
vertrieben wurden? Selbst die im Vergleich zu St. Louis einfacheren Gläser
aus Böhmen waren sicher keineswegs Glas der armen Leute. Einen
großen Teil der Gläser aus Böhmen konnten sich nur besser
situierte bürgerliche Kreise leisten, außer den Gläsern, die
als Einzelstücke und als Andenken der Wallfahrer große Verbreitung
fanden. Von den Bierkrügen und Schnapsgläsern der Wirtshäuser
und den Einweckgläsern der Hausfrauen soll hier ja nicht gehandelt
werden.
Die Produktion und die Verwendung von Pressglas war und ist ein
Teil der Volkskultur. Und nicht die schlechtesten Designer - wie Wagenfeld -
versuchten, durch die Produktion gut gestalteter und preiswert produzierter
Pressgläser die kulturellen Maßstäbe der arbeitenden
Volksschichten zu heben. In Unternehmen wie Schott, WMF und Walther &
Söhne, die heute noch existieren und Glas produzieren (außer WMF),
hat künstlerisch gestaltetes Pressglas eine große Rolle gespielt und
spielt sie sogar heute noch. Das 1865 von Karl Gottlieb Walther in Ottendorf /
Okrilla bei Dresden gegründete Unternehmen, später August Walther
& Söhne, heute Walther Glas GmbH, Driburg, begann 1888 mit der
Produktion von Pressglas, hatte 1998 einen Umsatz von 120 Mill. DM / Jahr und
exportiert weltweit.
Was kann ich für Sie tun?
Alles,
was ich oder andere bereits für das Projekt gewonnene Sammlerinnen und
Sammler für ihre Sammeltätigkeit an Informationen zusammen getragen
haben, kann ich Ihnen zur Verfügung stellen.
Was können Sie
tun?
Alles, was Sie bisher an Informationen über Ihre
gesammelten Pressgläser oder zum Thema Pressglas allgemein zusammen
getragen haben, können Sie mir und allen anderen Sammlerinnen und Sammlern
zukommen lassen und gegenseitig austauschen.
Sie wissen ja selber, wie
schwierig es ist, gerade für Pressglas Hersteller und Herstellungszeit
heraus zu bekommen. Auch wenn viele Gläser einfach schön sind und die
Freude daran allein Grund genug zum weiteren Sammeln ist, will doch jeder von
Ihnen gern wissen, von wem, wo und wann ein gerade auf einem Flohmarkt oder bei
einer Auktion erworbenes Glas oder die Museums-Stücke hergestellt
wurden.
Also, machen Sie mit! |
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